2007
 

Glaubensdinge eignen sich nicht für weltliche Ehrungen. Wohl aber der Umgang mit ihnen. Zweifellos gibt es einfachere Wirkungsfelder für eigensinnige Menschen als das der katholischen Kirche. Ebenso so sicher ist aber auch, dass Eigensinn erst dann zur vollen Blüte gelangt, wenn er sich Raum erkämpfen und innere wie äußere Blockaden überwinden muss. Karl Kardinal Lehmann steht auf dem Fundament seines Glaubens im Spannungsfeld zwischen den Strukturen seiner Kirche und den Herausforderungen der modernen Lebenswirklichkeit. Er hat es sich dabei nie leicht gemacht. Er hat sich nicht in den bequemen Winkel der eigenen Überzeugung zurückgezogen. Er befindet sich in permanenter Diskussion mit der Welt und seiner Kirche darin. Einfache Antworten sind von ihm nicht zu haben. Um die heißen Eisen – Sexualethik, Zölibat, Ökumene, Frauenordination – hat er nie einen Bogen gemacht. Schärfe in der Analyse, Maß im Urteil und die Bereitschaft zum Kompromiss zeichnen Kardinal Lehmann ebenso aus wie der Wille, sich vor heiklen Fragen weder ins Apodiktische noch ins Aphoristische zu flüchten. Lehmann scheut als glänzender Philosoph und Theologe niemals die Mühsal der gründlichen Beweisführung, spricht statt zu predigen und ist über die Jahre ein Mensch geblieben, der zuhören kann und zuhören will.

 
Die Preisträger
       
 

Ars Vitalis

BILDblog.

Didi Danquart

Prof. Dr. Peter Eigen

Hans-Ulrich Grimm

Elke Heidenreich

Dieter Hildebrandt

Rudolf Klaffenböck

Karl Kardinal Lehmann

Heinz Meier

Georg Schramm

Prof. Dr. Gesine Schwan

Wolfram Siebeck

Ursula und Dr. Michael Sladek

Monica und Dominique
Thommy-Kneschaurek

   
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